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Duell der Diplomaten: Die Propaganda der Mittelmächte und ihrer Gegner in Italien während des Ersten Weltkrieges

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Die Rezeption der neueren italienischen Geschichte beschränkt sich in Deutschland fast nur auf die Epoche des Faschismus. Zu Unrecht blendet sie den Ersten Weltkrieg als eigentliche Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts weitgehend aus. Denn dieser Krieg war nicht nur der erste, die gesamte Gesellschaft umfassende Konflikt, sondern auch der erste medialisierte Krieg der Geschichte. Erstmals richtete sich die Propaganda an die Massen und nicht nur an die Eliten.

In der vorliegenden breit angelegten, auf zahlreiche europäische Archive gestützten Untersuchung legt der Autor die Propaganda der Mittelmächte und ihrer Gegner in Italien vom Beginn des Novecento bis 1918 dar.

Die Studie konzentriert sich auf die inhaltliche, methodische und organisatorische Analyse der Propaganda sowie deren Wirkung auf die politischen Milieus Italiens. Durch die Einbeziehung der Propaganda der Entente-Staaten und deren jeweiligen Rezeption in der italienischen Öffentlichkeit verdeutlicht der Autor die Erfolge und die Defizite der Propaganda der Mittelmächte. Beispielhaft stehen etwa die Unterwanderungskonzepte und Verbindungen mit der Mafia, mit anarchistischen Kreisen und dem Vatikan für eine eher realitätsferne, weniger jedoch für eine gelungene und damit massenwirksame Propaganda.

Die Untersuchung dokumentiert durch die komparative Darstellung, wie letztlich die Propaganda der Mittelmächte weniger als die ihrer Gegner den Erfordernissen des beginnenden Zeitalters der Massenkommunikation gerecht wurde.

Diss. Freiburg i. Br. 1997.